GRAZ JOURNAL
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Grazer Gemeinderatswahl 2026: Wahlbeteiligung im Fokus

Am 28. Juni 2026 wählt Graz einen neuen Gemeinderat. Über 225.000 Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben - doch die sinkende Wahlbeteiligung der vergangenen Jahre gibt Demokratiepolitikern zu denken.

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Am 28. Juni 2026 findet in Graz die Gemeinderatswahl statt. Die Wahllokale sind von 7 bis 16 Uhr geöffnet, erste Ergebnisse werden ab etwa 16.45 Uhr erwartet. Insgesamt sind über 225.000 Grazerinnen und Grazer wahlberechtigt - verteilt auf 279 Wahlsprengel im gesamten Stadtgebiet. Der organisatorische Aufwand ist enorm: Die Stadt Graz stellt rund 600 Wahlurnen, etwa 570 Wahlzellen und über 610.000 Stimmzettel bereit.

Elf Listen, aber weniger als 2021

Zur Wahl treten elf wahlwerbende Gruppen an. Darunter befinden sich die sieben Parteien, die bereits im Gemeinderat vertreten sind, sowie vier weitere Listen. Damit ist das Angebot geringer als noch bei der Wahl 2021, als sich 14 Parteien um die Mandate bewarben. Die Wahl wurde mit 16. April 2026 ausgeschrieben, der Stichtag für die Wahlberechtigung war der 17. April 2026.

Wahlbeteiligung: Ein demokratiepolitisches Sorgenkind

Das zentrale Thema im Vorfeld der Wahl ist die Wahlbeteiligung. Bei der Gemeinderatswahl 2021 gaben lediglich 54,0 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - das entspricht 120.689 abgegebenen Stimmen. Gegenüber der Wahl 2017 bedeutete das einen Rückgang von 3,4 Prozentpunkten. Dieser Trend fügt sich in ein breiteres Bild sinkender Beteiligungsquoten bei Gemeinderatswahlen in Österreich und Europa ein und beschäftigt Demokratieforscher sowie politische Parteien gleichermaßen.

Besonders brisant ist die Frage in Graz: Das Ergebnis der Wahl 2021 war historisch. Die KPÖ wurde mit 28,84 Prozent erstmals zur stärksten Kraft im Grazer Gemeinderat - ein Zugewinn von 8,5 Prozentpunkten. Die bis dahin regierende ÖVP verlor 11,88 Prozentpunkte und fiel auf 25,91 Prozent zurück. Elke Kahr (KPÖ) wurde in der Folge zur Bürgermeisterin gewählt - als erste Frau und erste Kommunistin an der Spitze der zweitgrößten Stadt Österreichs. Dass trotz dieser aufmerksamkeitsstarken Ausgangslage nur gut die Hälfte der Wahlberechtigten abstimmte, unterstreicht die Dringlichkeit des Themas.

Kahr mit Bilanz, Graz im Stimmungstest

Bürgermeisterin Kahr zog zuletzt eine aktive Zwischenbilanz ihrer Amtszeit: „Wir haben viel erreicht - und es gibt noch viel zu tun." Die Wahl 2026 gilt nun als Stimmungstest, ob das politische Interesse der Grazer Bevölkerung nach dem Aufsehen von 2021 aufrechterhalten werden konnte. Ob mehr Bürgerinnen und Bürger als zuletzt den Weg zur Urne finden, entscheidet sich am 28. Juni.

Alle Informationen zur Wahl, zu Wahllokalen und zur Briefwahl stellt die Stadt Graz auf ihrem Stadtportal zur Verfügung.