Klettern in Graz: Hallen, Felsen, Kurse
Klettern in Graz: City Adventure Center, Boulderclub, BLOC House, Newton, Sportunion-Halle, Kletterwald Graz und Klettergarten Weinzödl - alle Hallen und Outdoor-Spots im Detail.
Kletterhallen und Boulderhallen in Graz
Wir klettern und bouldern selbst regelmäßig in Graz und kennen die meisten Hallen aus eigener Erfahrung. Für diese Liste haben wir zusätzlich die Angebote des Alpenvereins Graz und der Sportunion Steiermark durchgeschaut. Du kennst eine Kletterhalle oder einen Outdoor-Spot, den wir übersehen haben? Schreib uns an redaktion@grazjournal.at.
Seilklettern und Bouldern: Die große Grazer Kletterhalle
8020 Graz
(Bezirk Gries)
Das City Adventure Center in der Idlhofgasse ist die mit Abstand größte und vielseitigste Kletteranlage in Graz. Die Halle bietet rund 2.300 m² Kletterfläche, aufgeteilt auf etwa 200 Seilrouten und 100 Boulderprobleme in den Schwierigkeitsgraden 2 bis 8c. Die maximale Wandhöhe liegt bei 15,4 Metern, was das CAC zu einer der höchsten Indoor-Kletteranlagen in Österreich macht. Neben dem Indoor-Bereich gibt es eine rund 280 m² große Outdoor-Kletterfläche für sonnige Tage sowie den „Lieslsteig" - den ersten Grazer Indoor-Klettersteig, der eine Via-Ferrata-Erfahrung mit Hochseilgarten-Elementen kombiniert. Auto-Belay-Geräte ermöglichen Solo-Klettern ohne Seilpartner. Es gibt Umkleiden, Duschen, einen Kinderbereich für Kinder ab 6 Jahren und ein integriertes Gastronomieangebot.
Das Kursangebot umfasst Schnupperklettern für Erwachsene, Vorstiegs-Workshops, Privatstunden, Eltern-Kind-Kurse und Schulkletterprogramme. Der Alpenverein Graz nutzt das CAC regelmäßig als Trainingsort für Gruppen und Jugendkurse. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 22 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 9 bis 21 Uhr. Die Anreise ist per Straßenbahnlinie 5 (Haltestelle Puchstraße) oder Bus möglich; Parkplätze sind vor der Halle vorhanden. Alle Preise auf der CAC-Preisseite (Stand April 2026).
Boulderhallen: Klettern ohne Seil
8055 Graz
(Bezirk Puntigam)
Der Boulderclub in der Triester Straße ist mit über 2.100 m² Kletterfläche die größte reine Boulderhalle Österreichs. Die Halle bietet mehr als 300 Boulder in allen Schwierigkeitsgraden bis Fb 8a+, verteilt auf mehrere Bereiche mit senkrechten, leicht überhängenden, stark überhängenden Wänden und Dächern. Die Routen werden laufend umgeschraubt, sodass regelmäßige Besucher immer neue Projekte vorfinden. Zur Trainingsausstattung gehören ein Kilter Board (einstellbar 20 bis 70 Grad Neigung), zwei Moonboards mit LED und App-Anbindung, ein fünf Meter hohes Campusboard und eine Hangboard-Station. Ergänzend gibt es einen Calisthenics-Park und ein Aerial Center.
Die Atmosphäre ist klar community-orientiert: Stammgäste arbeiten gemeinsam an Projekten, Anfänger werden von der Community aufgenommen. Neben den Kletterwänden gibt es eine Bar und Lounge mit WLAN, Outdoor-Sitzplätze, klimatisierte Räume, Umkleiden und Duschen. Kurse werden für Kinder, Erwachsene und Schulgruppen angeboten; Kindergeburtstage sind buchbar. Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag und Feiertage jeweils 9 bis 22 Uhr. Die Halle ist per Straßenbahnlinie 5 (Haltestelle Puntigam) erreichbar; Gratis-Parkplätze stehen rund um die Halle und auf dem Dach zur Verfügung. Leihschuhe kosten 3,90 €. Die Preisliste wird ab 1. Februar 2026 angepasst und ist als Download auf der Boulderclub-Preisseite verfügbar. Für Early-Bird-Tickets (Eintritt vor 16 Uhr an Werktagen) fällt bei Nutzung nach 16 Uhr oder am Wochenende ein Zuschlag von 2 € an (Stand April 2026).
8020 Graz
(Bezirk Lend)
Das BLOC House in der Puchstraße zählt mit 1.050 m² Kletterfläche zu den großen Boulderhallen in Graz. Die Halle liegt im Bezirk Lend, verkehrsgünstig in der Nähe der Puchstraße und der Straßenbahnlinie 5. Die Ausstattung umfasst Wände in verschiedenen Neigungen, ein Kilter Board, einen Kinderbereich, Schließfächer, Duschen und eine kleine Gastronomie. Das BLOC House setzt auf eine konzentrierte Kletteratmosphäre und organisiert regelmäßig Boulder-Wettkämpfe und Trainingsabende. Es gibt USI-Kurse (Universitätssportkurse) in Kooperation mit der Karl-Franzens-Universität, die Studierenden vergünstigte 4-Monats-Karten ermöglichen.
Ein besonderes Angebot ist der „Morning Joker" (MOJO): Dienstag bis Freitag zwischen 7 und 9 Uhr kostet der Eintritt nur 8,60 €. Damit spricht das BLOC House gezielt Frühaufsteher und Berufstätige an, die vor der Arbeit eine Bouldersession einlegen wollen. Alpenverein- und Klettervereins-Mitglieder erhalten ermäßigte Tarife. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 22 Uhr. Alle Preise auf der BLOC-House-Preisseite (Stand April 2026).
8020 Graz
(Bezirk Gries)
Das Newton in der Ägydigasse ist die dritte Boulderhalle in Graz und bewusst kleiner und familiärer angelegt als Boulderclub und BLOC House. Die Halle verteilt sich auf drei Ebenen mit einer maximalen Wandhöhe von 4,5 Metern. Die Lage im Bezirk Gries ist zentral und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das Newton richtet sich vor allem an Kletterinnen und Kletterer, die wohnortnah einen schnellen Boulderabend suchen - ohne die Anfahrt zu den größeren Hallen im Süden oder Westen der Stadt. Ein Schwerpunkt liegt auf niedrigeren und mittleren Schwierigkeitsgraden, was die Halle für Einsteiger und Gelegenheitskletterer besonders zugänglich macht.
Zum Angebot gehört ein Early-Bird-Tarif bis 14 Uhr, bei dem die Tageskarte für Erwachsene 12 € statt 13,60 € kostet. Das integrierte Café bietet Speisen und Getränke für die Pause zwischen den Bouldern. Leihschuhe kosten 3,70 €, Chalk 3 €. Crashpads können für Outdoor-Sessions um 11 € pro Tag ausgeliehen werden. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 9:30 bis 22 Uhr. Alle Preise auf der Newton-Preisseite (Stand April 2026).
Vereinshallen: Sportunion und Alpenverein
8010 Graz
(Bezirk St. Leonhard)
Die Sportunion Steiermark betreibt im Union Sportzentrum in der Gaußgasse eine eigene Kletteranlage. Die Halle umfasst 320 m² Kletterfläche mit Vorstiegs- und Toprope-Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden sowie einen separaten Boulderbereich von 150 m² mit drei Wandneigungen. Zwei Griffboards für das Fingertraining ergänzen die Ausstattung. Die Halle ist kleiner und ruhiger als das CAC und richtet sich vor allem an Vereinsmitglieder, Kursgruppen und Schulklassen. Für Einzelbesucher ist die Halle mit Einschränkungen zugänglich: Von September bis Juli finden wochentags nachmittags Kletterkurse statt, sodass die Halle in dieser Zeit nicht für den freien Betrieb zur Verfügung steht.
Die Leihgebühren sind moderat: Kletterschuhe, Gurte und Seile kosten für Erwachsene 2,50 € pro Gegenstand, für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre 1,50 €. Kinder unter 5 Jahren klettern gratis. Inhaber des steirischen Familienpasses „Zwei und Mehr" erhalten 10 Prozent Ermäßigung auf den regulären Eintritt, und bei privaten Gruppen unter zehn Personen zahlt der Kletterlehrer keinen Eintritt. Die Halle ist per Buslinie und zu Fuß vom Bezirk St. Leonhard und dem Stadtpark aus erreichbar. Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 8 bis 22 Uhr (eingeschränkt während der Kurszeiten). Die aktuellen Tarife und Kursangebote sind auf der offiziellen Website der Sportunion Steiermark abrufbar (Stand April 2026).
8020 Graz
(Bezirk Lend)
Der Alpenverein Sektion Graz ist mit mehr als 23.000 Mitgliedern einer der größten Sportvereine Österreichs. Im September 2024 wurde das neue Alpenvereinshaus an der Annenstraße 13 eröffnet, das die früheren Standorte an Sackstraße und Schörgelgasse unter einem Dach vereint. Das 380 m² große Haus beherbergt einen Boulderraum, Seminarräume für Jugendarbeit, eine umfangreiche alpine Bibliothek und einen Ausrüstungsverleih. Der Boulderraum dient primär dem Vereinstraining und der Kursvorbereitung - er ist kein öffentlicher Hallenbetrieb wie das CAC oder der Boulderclub, sondern ein Trainingsort für Mitglieder und Kursteilnehmer.
Das eigentliche Kletterangebot des Alpenvereins Graz besteht in seinem umfangreichen Kursprogramm: Anfängerkurse im CAC, Vorstiegskurse, Klettersteig-Ausbildungen, Mehrseillängen-Kurse, Kinderklettergruppen wie die „Kraxlgeckos" (10 bis 12 Jahre) und geführte Touren in den steirischen Klettergebieten. Für Einsteiger ist eine Mitgliedschaft beim Alpenverein eine sinnvolle Investition: Neben den ermäßigten Kursen und Hüttentarifen ist ein umfassender Unfall- und Bergungsschutz inkludiert. Das Programm ist auf der Kletterprogramm-Seite der Sektion Graz einsehbar.
Hochseilgarten: Der Kletterwald am Hilmteich
8010 Graz
(Bezirk Geidorf)
Wer eine Alternative zum Hallenklettern sucht, findet den Kletterwald Graz oberhalb des Hilmteichs im Bezirk Geidorf. Die Anlage ist kein klassischer Klettergarten, sondern ein Hochseilgarten mit elf Parcours, über 100 Übungselementen, mehr als 30 Seilrutschen (Ziplines) und Höhen zwischen 2 und 20 Metern. Zusätzlich gibt es den „High Jump", einen Sprung aus 20 Metern Höhe, und einen Kletterbaum. Für Kinder ab 4 Jahren ist ein eigener Kids-Bereich eingerichtet; der Family-Bereich startet ab einer Körpergröße von 110 cm, und die gesamte Anlage ist ab 140 cm Körpergröße begehbar.
Der Kletterwald ist saisonal von Frühling bis Herbst geöffnet. Im Frühling 2026 sind die Öffnungszeiten: Freitag 14 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 10 bis 19 Uhr; in den Oster- und Schulferien täglich von 10 bis 19 Uhr. Die Kassa ist von 12 bis 13 Uhr geschlossen. Gruppen- und Schulbuchungen sind auch außerhalb der regulären Zeiten möglich. Inhaber des steirischen Familienpasses „Zwei und Mehr" erhalten 10 Prozent Rabatt. Die aktuellen Preise und Buchungsmöglichkeiten finden sich auf der Preisseite des Kletterwalds (Stand April 2026).
Outdoor-Klettern im Grazer Umland
Graz selbst hat keine Felswände im Stadtgebiet, aber am nördlichen Stadtrand und in der Nordsteiermark liegen mehrere klassische Klettergebiete, die von der Grazer Kletterszene intensiv genutzt werden. Die wichtigsten Spots im Überblick:
8045 Graz
(Nördlicher Stadtrand, Zugang vom Ballpark-Parkplatz)
Der Klettergarten Weinzödl ist der Hausfels der Grazer Kletterszene und das wichtigste Outdoor-Klettergebiet in unmittelbarer Stadtnähe. Die südseitig ausgerichtete Felswand liegt am nördlichen Stadtrand im Ortsteil Andritz, oberhalb des Ballpark-Sportplatzes. Der Zustieg vom Parkplatz dauert etwa fünf Minuten. Die Anlage umfasst rund 212 Routen in den Schwierigkeitsgraden 2 bis 10+, mit Wandhöhen zwischen 10 und 25 Metern. Die Verteilung ist breit: 80 Routen bis zum Grad 6, 128 Routen von 6+ bis 8-, und eine Handvoll schwerer Routen bis 10+. Die Routen sind gut mit Bohrhaken gesichert; ein 50-Meter-Seil und 14 Expressschlingen reichen für die meisten Touren aus. Am Fuß der Wand führt eine lange Bouldertraversen-Linie entlang.
Der Alpenverein Graz nutzt Weinzödl regelmäßig für Kurse, und die Jugendgruppe „Kraxlgeckos" trainiert dort in den wärmeren Monaten. Da die Wand nach Süden ausgerichtet ist, eignet sie sich besonders für das Klettern im Herbst, Winter und Frühjahr - im Hochsommer kann die Sonneneinstrahlung die Wand unangenehm aufheizen. Ein Helm wird empfohlen. Seit einem Felssturz im Mai 2022 ist die Güntherwand-Sektion teilweise gesperrt; informieren Sie sich vor dem Besuch über den aktuellen Stand auf bergsteigen.com. Die Anreise ist per Fahrrad oder Bus (Linie 41, Haltestelle Andritz) möglich; Parkplätze gibt es am Ballpark.
Im Grazer Bergland nördlich der Stadt liegen über 1.300 Kletterrouten in verschiedenen Gebieten. Der Kugelstein bei Peggau bietet kurze, gut abgesicherte Routen für Einsteiger. Die Badlwand bei Peggau, einst eines der beliebtesten Klettergebiete der Region mit Routen von 5+ bis 9+, ist aktuell wegen akuter Einsturzgefahr der darunterliegenden Galerie gesperrt. Die Peggauer Wand, überregional bekannt für schwieriges Sportklettern (Routen bis Grad 11), liegt seit 2015 im Europaschutzgebiet Nr. 26 und ist ebenfalls mit einem Kletterverbot belegt. Beide Sperrungen waren im April 2026 weiterhin aufrecht - eine aktuelle Prüfung vor dem Besuch ist zwingend erforderlich.
Für größere Touren und alpines Klettern führt der Weg in die Nordsteiermark: Hochschwab, Ennstaler Alpen und das Gesäuse bieten Routen in allen Schwierigkeitsgraden, darunter Mehrseillängen mit klassischer Absicherung. Der Nationalpark Gesäuse ist eines der bedeutendsten Klettergebiete der Ostalpen und von Graz aus in gut eineinhalb Stunden mit dem Auto erreichbar. Für Klettersteig-Interessierte reicht das Angebot von der Bärenschützklamm bei Mixnitz (etwa 40 Minuten von Graz) bis zu anspruchsvollen Steigen am Hochschwab. Der Alpenverein Graz bietet zu vielen dieser Ziele geführte Touren an.
Klettervereine und Kurse in Graz
Hinter dem Großteil des organisierten Klettersports in Graz stehen zwei Strukturen: der Österreichische Alpenverein (Sektion Graz) und der Kletterverband Steiermark. Beide bieten Ausbildungen, Kurse und Wettkämpfe an. Daneben haben die kommerziellen Hallen eigene Kursformate aufgebaut.
Der Alpenverein Graz bietet das umfangreichste Kletterkursprogramm der Stadt. Das Angebot umfasst Anfängerkurse im CAC (Sicherungstechnik, Knoten, erste Routen), Vorstiegskurse, Klettersteig-Ausbildungen für Einsteiger und Fortgeschrittene, Mehrseillängen-Kurse im Grazer Bergland und mehrtägige Klettercamps in den steirischen Alpen. Für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Gruppen: Die „Kraxlgeckos" für 10- bis 12-Jährige trainieren im Klettergarten Weinzödl und im CAC, weitere Jugendgruppen sind nach Alter und Niveau gestaffelt. Der Alpenverein organisiert außerdem regelmäßig Klettersteig-Touren, alpine Wanderungen und Skitouren.
Für Einsteiger ist eine Mitgliedschaft beim Alpenverein wirtschaftlich sinnvoll, sobald regelmäßig geklettert wird: Der Jahresbeitrag liegt im mittleren zweistelligen Eurobereich, und dafür sind Kurse ermäßigt, Hüttenübernachtungen weltweit günstiger, und ein Unfall- und Bergungsschutz bis 25.000 € ist inkludiert. Gerade bei Klettersteig-Touren und alpinen Unternehmungen in der Steiermark ist diese Absicherung wertvoll.
Der Kletterverband Steiermark ist der Dachverband für den Wettkampf- und Leistungsklettersport in der Steiermark. Er organisiert Landesmeisterschaften im Lead-Klettern, Bouldern und Speed-Klettern, koordiniert die Nachwuchsförderung und bildet Übungsleiter und Trainer aus. Für ambitionierte Kletterer, die über das Hallenklettern hinausgehen und in den Wettkampfbetrieb einsteigen wollen, ist der KVST die erste Anlaufstelle. Die Wettkämpfe finden in den großen Grazer Hallen statt - vorrangig im CAC, im Boulderclub und im BLOC House.
Einstieg ins Klettern: Kurse, Ausrüstung und Kosten
Wer zum ersten Mal in Graz klettern will, sollte mit einem Anfängerkurs in einer der Grazer Hallen beginnen. Die meisten Hallen und der Alpenverein bieten zweistündige Schnupperkurse an, in denen Sicherungstechnik, Knoten und erste Routen oder Boulder vermittelt werden. Die Kosten liegen typischerweise zwischen 30 und 60 Euro pro Person, oft inklusive Leihausrüstung (Seil, Gurt, Schuhe). Nach dem Schnupperkurs folgt in der Regel ein Basiskurs über mehrere Einheiten, an dessen Ende der „Kletterschein Indoor" steht - ein informeller Nachweis, dass die Sicherungstechnik beherrscht wird und eigenständiges Klettern ohne Aufsicht möglich ist.
Für Bouldern ist der Einstieg noch einfacher: Leihschuhe an der Theke mitnehmen, Chalk-Bag ausleihen oder Liquid Chalk kaufen, und loslegen. Bouldern braucht weder Gurt noch Seil und kann ohne Sicherungspartner betrieben werden. Die farbmarkierten Routen in den Grazer Boulderhallen sind nach Schwierigkeitsgrad sortiert, und die leichtesten Probleme sind für absolute Anfänger konzipiert.
Die Grundausrüstung für regelmäßiges Klettern besteht aus Kletterschuhen (ab rund 80 €), Klettergurt (ab 40 €), Sicherungsgerät wie Tube oder Halbautomat (ab 25 €) und Chalk-Bag (ab 15 €). Für den Vorstieg kommen Expressschlingen hinzu (ein Set von 10 Stück kostet rund 100 €). In Graz gibt es mehrere Bergsport-Fachgeschäfte, die fachkundig beraten - unter anderem Intersport-Filialen und spezialisierte Outdoorhändler in der Innenstadt und den Einkaufszentren Seiersberg und Murpark. In der Anfangsphase genügt es, die Ausrüstung in der Halle zu leihen: Die Leihgebühren liegen zwischen 3 und 5 Euro pro Gegenstand, und erst nach einigen Monaten regelmäßigem Klettern lohnt sich die Investition in eigenes Material.
Familien mit Kindern: Was Graz bietet
Für Familien mit Kindern sind Kletterhallen ein dankbares Ausflugsziel. Kinder können ab etwa 4 bis 6 Jahren unter Aufsicht mit dem Klettern beginnen - im Bouldern sogar früher, weil die Absprunghöhen niedrig sind und die Matten den Sturz abfangen. Alle großen Grazer Hallen verfügen über eigene Kinderbereiche, und der Kletterwald am Hilmteich bietet bereits ab 4 Jahren einen eigenen Kids-Parcours. Die Preise für Kinder liegen in den Boulderhallen zwischen 5 und 8,50 € (Stand April 2026); im CAC zahlen Kinder von 6 bis 13 Jahren 7 € für die gesamte Anlage und 5 € nur fürs Bouldern. In der Sportunion-Halle klettern Kinder unter 5 Jahren gratis.
Kindergeburtstage sind im Boulderclub, im CAC und im Kletterwald buchbar. Der Boulderclub bietet während der Sommerferien Ferienbetreuungswochen für Kinder an (drei Wochen im Juli und August 2026, täglich von 8 bis 15 Uhr). Und der Alpenverein Graz veranstaltet über das ganze Jahr hinweg Kletterkurse und Outdoor-Programme speziell für Kinder und Jugendliche - eine gute Einstiegsstruktur für den langfristigen Aufbau von Kletterfertigkeiten.
Vergleich der Grazer Kletterhallen
Die Wahl der richtigen Halle hängt vom persönlichen Schwerpunkt ab. Wer klassisches Seilklettern mit langen Routen und hohen Wänden sucht, kommt am CAC in der Idlhofgasse nicht vorbei - es ist die einzige große Seilkletterhalle in Graz. Wer ausschließlich bouldert, hat mit dem Boulderclub (2.100 m²), dem BLOC House (1.050 m²) und dem Newton drei Optionen, die sich in Größe, Preispolitik und Atmosphäre unterscheiden. Der Boulderclub bietet die größte Fläche und die meisten Trainingsgeräte (Kilter Board, Moonboards, Campusboard). Das BLOC House punktet mit den frühen Öffnungszeiten (ab 7 Uhr an Werktagen) und dem günstigen MOJO-Morgentarif von 8,60 €. Das Newton ist die beste Wahl für einen schnellen, wohnortnahen Boulder-Abend im Grazer Zentrum.
Die Sportunion-Halle in der Gaußgasse ist preisgünstig und vereinsgetragen, hat aber eingeschränkte freie Kletterzeiten wegen des Kursbetriebs. Und wer draußen klettern will, findet im Klettergarten Weinzödl mit 212 Routen den naheliegendsten Outdoor-Spot - fünf Minuten Zustieg ab dem Parkplatz, mit dem Bus aus dem Zentrum erreichbar.
Die Grazer Kletterszene wächst weiter. Im Vergleich zu Städten wie Wien oder Innsbruck ist Graz gut aufgestellt: Die Dichte an großen Hallen ist hoch, die Preise sind moderat, und die Community ist offen. Wer im April 2026 mit dem Klettern anfangen will, hat hier eine breitere Auswahl als in den meisten anderen österreichischen Landeshauptstädten - und die Möglichkeit, an jedem Tag der Woche an unterschiedlichen Orten zu trainieren, ohne das Stadtgebiet verlassen zu müssen.